5 Schützenhaus
Dieses Fachwerkhaus geht auf einen 1896 für die Bayerische Landesausstellung erbauten Pavillon der Nürnberger Bäckerinnung zurück. Im Erdgeschoss befanden sich Ausstellungsräume, eine Schaubäckerei und der Verkaufsraum. Im Obergeschoss beherbergte das Cafe „Zum Rothenburger Erker“. Der dort angebrachte Renaissance-Erker war namensgebend. Er wurde von Handwerkern aus der Stadt Rothenburg ob der Tauber angefertigt.
Das Gebäude wurde für die Sächsisch-Thüringische-Industrie- und Gewerbeausstellung 1897 in Leipzig als Kopie im König-Albert-Park neu errichtet und mit dem Originalerker aus Nürnberg versehen.
Die Zweihandschützengesellschaft 1870 e.V. zu Zwenkau kaufte das Gebäude ohne Erker und stellte es 1898 auf dem Schützenplatz in Zwenkau als Vereinshaus und Gaststätte „Rothenburger Erker“ auf. Allerdings wurde der Erker als preiswerte Kopie durch Handwerker vor Ort nachgebaut.
Nebenan entstand noch eine Schießhalle und ein Veranstaltungssaal (Salon). Die Bürgerschaft traf sich hier zu den Schützenfesten und in den Sommermonaten lockten die gutbürgerliche Küche, gepflegte Getränke und bis 1918 auch Spitzenerzeugnisse der hiesigen Dampfbrauerei viele Gäste an.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Anwesen als Jugendheim und Filmclub genutzt.
1996/97 wurde das Gebäude in Privatbesitz rekonstruiert und als Gaststätte mit beliebtem Sommerfreisitz betrieben.